
Die staatliche Autobahnholding Asfinag hat 2025 einen Überschuss von 840 Millionen Euro erwirtschaftet und damit wieder das Ergebnisniveau von 2023 erreicht. Treiber des Gewinnanstiegs waren vor allem höhere Mauteinnahmen, die im Jahresvergleich um 8,2 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro zulegten. Trotz des Gewinnsprungs blieb die Verkehrsentwicklung auf Österreichs Schnellstraßen und Autobahnen weitgehend stabil: Die Gesamtfahrleistung von Pkw und Lkw erhöhte sich laut Vorstandsdirektor Herbert Kasser lediglich um 0,3 Prozent auf rund 33 Milliarden Kilometer.
Besonders kräftig wuchsen die Erlöse aus der Strecken- und Schwerverkehrsmaut. Die Einnahmen aus der Streckenmaut legten um 11,6 Prozent auf 263 Millionen Euro zu. Der Schwerverkehr brachte knapp 1,8 Milliarden Euro ein – ein Plus von 7,9 Prozent gegenüber 2024. Die klassische Autobahnvignette steuerte 655 Millionen Euro bei, 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine wichtige Rolle spielten dabei Preisanpassungen: Die Pkw-Jahresvignette verteuerte sich 2025 um 7,7 Prozent auf 103,80 Euro. Insgesamt konnte der Überschuss damit um 14,4 Prozent gesteigert und der Ergebnisrückgang des Jahres 2024, als der Gewinn bei 734 Millionen Euro lag, wieder ausgeglichen werden.
Finanziell stärkte die Asfinag ihre Eigenkapitalbasis, während sich zugleich die Verschuldung erhöhte. Die Eigenkapitalquote stieg 2025 um einen Prozentpunkt auf 48 Prozent. Gleichzeitig wuchsen die Netto-Schulden um 180 Millionen Euro auf 10,74 Milliarden Euro. Die öffentliche Hand profitierte mehrfach: Rund 251 Millionen Euro flossen als Steuern an den Staat, nach 219 Millionen Euro im Jahr zuvor. Zusätzlich überwies die Asfinag 305 Millionen Euro als Dividende an den Bund, rund 20 Prozent mehr als 2024. Laut ÖAMTC summieren sich die Dividenden seit 2011 auf rund 2,5 Milliarden Euro; ohne diese Ausschüttungen wären die Schulden der Autobahngesellschaft nach Berechnungen des Mobilitätsclubs um etwa ein Fünftel niedriger.
Strategisch stellt die Asfinag ihr System der Mauterhebung weiter auf digital um und plant hohe Investitionen in die Infrastruktur. Ab 2027 wird es die Vignette nur noch in digitaler Form geben. Schon jetzt kann sie an rund 3.500 Vertriebspunkten sowie an 100 Automaten an 34 Standorten erworben werden; im laufenden Jahr soll das Vertriebsnetz um 10 bis 15 Automaten und etwa 1.000 zusätzliche Verkaufspunkte erweitert werden. Kundinnen und Kunden erhalten anstelle der bisherigen Klebevignette eine Bestätigung, wobei das Kfz-Kennzeichen beim Kauf registriert wird. Bis 2031 will die Asfinag insgesamt 12,5 Milliarden Euro in das heimische Autobahn- und Schnellstraßennetz investieren, rund 62 Prozent davon in Erhalt und Sanierung der bestehenden Infrastruktur.

Amazon schraubt seine Logistikpräsenz in Brandenburg weiter nach oben. Der US-Konzern plant zwei zusätzliche Verteilzentren in Cottbus und Dahlewitz an der Berliner Stadtgrenze, um Pakete schneller an Kunden auszuliefern. In den Anlagen werden ankommende Sendungen entladen, sortiert und auf Lieferfahrzeuge verteilt, die die sogenannte letzte Meile zum Empfänger übernehmen.
Der neue Standort an der Autobahn 15 bei Cottbus soll im September den Betrieb aufnehmen. Geplant ist eine Fläche von rund 7.700 Quadratmetern und ein Team von etwa 70 Mitarbeitern. Das Zustellgebiet umfasst nach Unternehmensangaben Südbrandenburg sowie Teile Nordsachsens. Im Oktober folgt ein größeres Verteilzentrum in Dahlewitz, einem Ortsteil von Blankenfelde-Mahlow südlich von Berlin. Die Anlage dort soll mit rund 15.500 Quadratmetern etwa doppelt so groß sein wie der Cottbuser Standort.
Für die Auslieferung setzt Amazon auf lokale Lieferpartner. In Cottbus sollen zusätzlich rund 200 Fahrer zuständig sein, in Dahlewitz etwa 150. Insgesamt sind an den bisherigen Logistikstandorten des Unternehmens in Brandenburg – darunter Verteilzentren in Hoppegarten, Werder (Havel) und Schönefeld – bereits mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. Parallel zum Ausbau in Brandenburg erweitert Amazon sein Verteilnetz bundesweit mit neuen Standorten in Ettenheim (Baden-Württemberg), Kassel (Hessen) und Salzgitter (Niedersachsen).
Während das Unternehmen in die Paketlogistik investiert, baut es in der Verwaltung Stellen ab. Am Hauptsitz in Seattle hat Amazon den Abbau Tausender Bürojobs angekündigt. Begründet wird dies mit dem Abflachen von Hierarchien, dem Abbau von Bürokratie und dem zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz. Ob und in welchem Umfang administrative Arbeitsplätze in Deutschland von diesen Kürzungen betroffen sind, ist bislang offen.