Generali trennt sich von irischem und nordirischem P&C-Geschäft unter RedClick-Marke

10.03.2026


Der italienische Versicherungsriese Generali hat eine Vereinbarung zum Verkauf seines irischen und nordirischen Schaden- und Unfallversicherungsgeschäfts an die Zurich Insurance Group getroffen. Der Kaufpreis beträgt 337 Millionen Euro in bar und unterliegt den üblichen Anpassungen bei Abschluss der Transaktion. Die zu verkaufenden Aktivitäten werden unter der Marke RedClick über die irische und britische (Nordirland) Niederlassung von Generali Spanien geführt. Käufer sind die Zurich Insurance Europe AG und die Zurich Insurance Company Ltd, UK Branch, beide Teil der Zurich Insurance Group. Generali Spanien behält zusätzlich 51 Millionen Euro überschüssiges Kapital, das derzeit den irischen P&C-Aktivitäten zugeordnet ist.

Für Generali steht der Verkauf im Einklang mit der strategischen Ausrichtung, sich auf Kernversicherungsmärkte zu konzentrieren, in denen das Unternehmen bereits über bedeutende Skaleneffekte und eine führende Präsenz verfügt. Die Transaktion unterstützt zudem den breiteren strategischen Plan "Lifetime Partner 27: Driving Excellence". Das Unternehmen erwartet, dass der Verkauf einen Buchgewinn für den Konzern generiert, der beim Abschluss finalisiert wird. Der Deal soll einen vernachlässigbaren Einfluss auf das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) haben, während der Solvency-II-Ratio der Gruppe um etwa einen Prozentpunkt steigen dürfte.

Für Zurich passt die Übernahme vollständig in die Retail-Strategie des Versicherers für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA). Das Unternehmen gab an, dass die Akquisition seine Marktposition verändern und es unter die drei größten Lebens- und Nichtlebensversicherungsanbieter in Irland stellen wird. Anthony Brennan, CEO von Zurich Irland, erklärte, dass nach Abschluss der Übernahme das RedClick-Team und die Kunden zu Zurichs Nichtlebensversicherungsgeschäft in Irland wechseln werden. Die Investition stärke das Geschäft für künftiges Wachstum und unterstütze die Strategie, marktführende Kundenerfahrung, Produktfähigkeiten und Innovation zu liefern.

Die Transaktion unterliegt den üblichen regulatorischen Genehmigungen und anderen erforderlichen behördlichen Zustimmungen. Der Abschluss wird bis Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet. BofA Securities fungierte als alleiniger Finanzberater von Generali für den Deal, während Clifford Chance LLP und A&L Goodbody LLP als Rechtsberater agierten. Die irischen und nordirischen P&C-Operationen trugen mit Bruttoprämien von 167 Millionen Euro und einem Betriebsergebnis von 17 Millionen Euro zum Generali-Konzern bei. Die RedClick-Marke war 2024 in Irland eingeführt worden, nachdem Generali die Betriebe von Liberty Insurance in Irland übernommen hatte.

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Starke Zahlen, harter Einschnitt: Zalando wächst zweistellig und macht Logistikstandort Erfurt dicht

14.03.2026


Zalando hat für das Geschäftsjahr 2025 deutlich verbesserte Kennzahlen vorgelegt und setzt zugleich ein starkes Signal an den Kapitalmarkt: Der Berliner Online-Modehändler steigerte den Konzernumsatz um 16,8 % auf 12,3 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT legte um 15,6 % auf 591 Millionen Euro zu. Der Kurs reagierte spürbar: Nach der Zahlenvorlage legte die im DAX notierte Aktie kräftig zu und machte einen Teil der vorangegangenen Verluste wett. Auf Wochensicht verteuerte sich das Papier um rund 12 %, auf Monatssicht ergibt sich ein Plus im niedrigen einstelligen Prozentbereich, auch wenn die Bilanz seit Jahresbeginn weiterhin negativ bleibt.

Getrieben wird die Entwicklung vor allem durch Zalandos strategischen Fokus auf Daten und Künstliche Intelligenz. Das Unternehmen nutzt KI über die gesamte Daten- und Infrastrukturplattform hinweg und positioniert sich als Vorreiter für die nächste Generation des sogenannten agentic commerce in Europa. Im B2C-Geschäft zahlt sich insbesondere der Multi-App-Ansatz aus: Das Bruttowarenvolumen stieg auf 17,6 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT in diesem Segment kletterte auf 536 Millionen Euro. Die Zahl der aktiven Kundinnen und Kunden erreichte mit 62 Millionen einen neuen Rekordwert, was auf eine weiter steigende Reichweite der Plattform hindeutet.

Auch im B2B-Bereich läuft das Geschäft deutlich besser. Zalando meldet einen Umsatzanstieg um 14,6 % auf 1,1 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT hat sich mehr als verdoppelt. Die Softwareeinheit SCAYLE expandiert in die USA und konnte dort einen bedeutenden Auftrag für das globale Direktvertriebsgeschäft von Levi's® gewinnen. Zusätzlichen Rückenwind verspricht sich der Konzern von der Integration des übernommenen Modehändlers ABOUT YOU: Die ursprünglich bis 2029 erwarteten jährlichen Synergien von 100 Millionen Euro sollen nun bereits 2028 realisiert werden. Für 2026 stellt das Management eine weitere Beschleunigung und anhaltend profitables Wachstum in Aussicht und sieht das Unternehmen damit auf Kurs zu seinen mittelfristigen Zielen bis 2028.

Vor diesem Hintergrund kündigte Zalando ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 300 Millionen Euro an. Damit will der Konzern überschüssiges Kapital an die Anteilseigner zurückführen und unterstreicht zugleich sein Vertrauen in die eigene Fähigkeit zur Margenausweitung und nachhaltigen Cash-Generierung. An der Börse kam die Ankündigung gut an: Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 5,7 Milliarden Euro, basierend auf etwa 264 Millionen ausstehenden Aktien. Analysten und Anleger beobachten nun, inwieweit die Kombination aus KI-Investitionen, internationalem Ausbau des B2B-Geschäfts und konsequenter Kapitalallokation die bisherige Kursvolatilität reduzieren und den Wert des Unternehmens langfristig stützen kann.

Überschattet werden die starken Zahlen jedoch von der Entscheidung, das große Logistikzentrum in Erfurt zum Ende September zu schließen. Der Thüringer Standort, der seit Jahren ein wichtiger Baustein im europäischen Logistiknetzwerk von Zalando war, steht damit vor dem Aus. Die Schließung sorgt regional für Kritik und wirft Fragen nach den sozialen und strukturellen Folgen für Beschäftigte und Standort auf. Für Zalando ist der Schritt Teil einer umfassenden Neuaufstellung der operativen Infrastruktur, bei der Effizienzgewinne und die zunehmende Automatisierung im Logistikbereich eine zentrale Rolle spielen dürften. Wie sich der Umbau konkret auf Kostenstruktur, Servicequalität und öffentliche Wahrnehmung auswirkt, bleibt eine der zentralen Fragen für die kommenden Jahre.