Steigende Diesel- und Düngerpreise setzen Bauern in Rheinland-Pfalz zu

30.03.2026


Der anhaltende Iran-Konflikt schlägt nach Einschätzung von Bauernverbänden zunehmend auf die Kostenstrukturen der deutschen Landwirtschaft durch. Vertreter aus Rheinland-Pfalz berichten von spürbar steigenden Aufwendungen für Energie und Betriebsmittel – mit absehbaren Folgen für die Verbraucherpreise im Lebensmittelhandel. „Durch den Iran-Konflikt erhöhen sich die Gas- und Ölpreise am Weltmarkt“, sagt Andreas Köhr vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd. Das treffe die Branche unmittelbar über höhere Dieselpreise.

Besonders im Ackerbau seien die gestiegenen Dieselpreise derzeit deutlich zu sehen, heißt es aus den Verbänden. Hintergrund ist die Frühjahrsbestellung, die vielerorts bereits läuft und eine Vielzahl von Arbeitsgängen auf dem Feld erfordert. Jeder zusätzliche Liter Diesel verteuert die Bewirtschaftung der Flächen. Parallel dazu steigen auch die Gaspreise, was nach Einschätzung der Landwirte mit Verzögerung auf die Düngerpreise durchschlägt, da Gas ein zentraler Rohstoff in der Düngemittelproduktion ist.

Bereits jetzt melden Betriebe zum Teil kräftige Preisanstiege bei Dünger. Köhr verweist auf „abgeschnittene Handelswege im Nahen Osten“, die zu einer Verknappung am Weltmarkt geführt hätten. Je nachdem, ob landwirtschaftliche Betriebe ihren Dünger noch vor Ausbruch des Krieges einkaufen konnten oder nicht, sind sie aktuell unterschiedlich stark belastet. Während einige ihre Bestände zu früheren Konditionen gesichert haben, sehen sich andere nun mit deutlich höheren Einkaufspreisen konfrontiert.

Auch der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau beobachtet diese Entwicklung mit Sorge. „Die Energiepreise steigen. Damit wird die Bewirtschaftung der Flächen sehr viel teurer“, sagt dessen Vertreter Herbert Netter. Zusammen mit den Mehrkosten für Dünger komme er zu dem Schluss: „Am Ende werden schließlich die Lebensmittelpreise steigen müssen.“ Um gegenzusteuern, fordern die Verbände, die CO₂-Besteuerung auf Dieselkraftstoff für einen bestimmten Zeitraum abzusenken oder auszusetzen. Davon würden nach ihrer Darstellung nicht nur Landwirte profitieren, sondern alle dieselabhängigen Wirtschaftsbereiche.

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VW-Rivian-Joint-Venture erreicht Meilenstein: Elektronik-Plattform besteht Wintererprobung

30.03.2026


Volkswagen und der US-Elektroautobauer Rivian haben bei der Entwicklung einer neuen Elektronik-Architektur für künftige Stromer einen wichtigen Meilenstein erreicht. Im nordschwedischen Arjeplog, nur wenige Kilometer südlich des Polarkreises, schloss das gemeinsame Entwicklungsunternehmen beider Konzerne eine mehrmonatige Wintererprobung erfolgreich ab. Drei Referenzfahrzeuge von VW, Audi und der wiederbelebten US-Marke Scout wurden seit November bei Minusgraden, Eis und Schnee einem Härtetest unterzogen.

Im Fokus stand dabei unter anderem der geplante Einstiegsstromer VW ID.Every1, der 2027 für rund 20.000 Euro auf den Markt kommen soll. Er wird das erste Modell des Konzerns sein, das mit der neuen Elektronik-Architektur aus dem Joint Venture mit Rivian an den Start geht. Nach dem Debüt im ID.Every1 will Volkswagen die Architektur konzernweit über alle Marken ausrollen. Nach Audi und Scout sollen früheren Angaben zufolge auch Porsche und anschließend alle weiteren Konzernmarken folgen. Eingesetzt wird die Technik ausschließlich in Elektrofahrzeugen und ist auf westliche Märkte außerhalb Chinas ausgerichtet.

„Mit dem erfolgreichen Abschluss der Wintertests zeigt unser Joint Venture erneut, wie schnell und präzise dort gearbeitet wird“, erklärte Konzernchef Oliver Blume laut Mitteilung. Die Ergebnisse belegten, dass die neue Architektur „unter harten winterklimatischen und anspruchsvollen fahrdynamischen Bedingungen bereits zuverlässig funktioniert“. Damit seien die Voraussetzungen für die nächsten Entwicklungsschritte im Gemeinschaftsunternehmen sowie für die weitere Produkt- und Plattformplanung in den Marken geschaffen.

Das im November 2024 gegründete Gemeinschaftsunternehmen firmiert unter dem Namen Rivian and Volkswagen Group Technologies (RV Tech). Es entwickelt die Elektronik-Architektur künftiger VW-Elektroautos auf Basis der Technologie von Rivian. Volkswagen hatte sich im vergangenen Jahr zu milliardenschweren Investitionen in die Zusammenarbeit entschlossen, um die Software- und Elektronikkompetenz seiner nächsten Fahrzeuggeneration zu stärken. Die nun abgeschlossenen Tests in Nordschweden markieren den Übergang von der Konzeptphase in die weiterführende Industrialisierung der neuen Plattform.