In den Vereinigten Staaten haben die Midterm-Wahlen mit der Öffnung der Wahllokale an der Ostküste begonnen. In Bundesstaaten wie New York und New Hampshire startete der Prozess gegen 12:00 Uhr MEZ, während in Vermont bereits eine Stunde zuvor erste Wahllokale geöffnet waren. Spätere Öffnungen sind in Texas ab 14:00 Uhr, Colorado ab 15:00 Uhr sowie in Kalifornien ab 16:00 Uhr MEZ vorgesehen. Besonders in der Republikaner-Hochburg Texas wird beobachtet, ob diesmal ein Demokrat gewinnen könnte.
Die wirtschaftliche Lage ist laut der Politologin Cathryn Clüver Ashbrook von der Bertelsmann-Stiftung das drängendste Thema für die Wähler. Viele Bürger leiden unter den gestiegenen Lebenshaltungskosten, was sich in Schwierigkeiten beim Einkauf von Lebensmitteln und Treibstoff äußert. Neben der wirtschaftlichen Not prägen Themen wie Korruption, die Migrationspolitik sowie die Annäherung zu Russland und der Krieg im Iran die Motivation der Wähler, die zudem Präsident Trump zur Rechenschaft ziehen wollen.
Die geopolitische Lage verschärfte sich am Wahltag durch Berichte über US-Militärangriffe auf die iranische Insel Gheschm in der Straße von Hormus. Infolgedessen stiegen die Ölpreise für die Referenzsorte Brent um etwa 1,5 Prozent auf rund 106 US-Dollar pro Barrel. Diese Entwicklung ist besonders kritisch, da der Konflikt mit dem Iran die Lebenshaltungskosten in den USA weiter verteuert, obwohl Trump kurz zuvor signalisiert hatte, dass das Ende des Krieges bevorstehe.
Finanziell sind die Republikaner im Wahlkampf deutlich überlegen, unterstützt durch die Organisation MAGA Inc. und Tesla-Chef Elon Musk, der mehrere hundert Millionen Dollar beisteuerte. Daten der Analysefirma AdImpact belegen, dass Republikaner bis Ende September in umkämpften Staaten 188 Millionen Dollar mehr für Senatswahlwerbung ausgaben als die Demokraten. Insgesamt wird erwartet, dass im Jahr 2026 mehr Geld für politische Werbung ausgegeben wurde als jemals zuvor.
Parallel zur Neubesetzung des Kongresses entscheiden die Wähler über lokale Vorlagen. In Kalifornien wird über eine Reichensteuer abgestimmt, während in Arizona über die Begrenzung von Verkehrskameras zur Erfassung von Raser und Rotlichtsündern entschieden wird. Letzteres erfolgte, nachdem Gouverneurin Katie Hobbs ein entsprechendes Verbot per Veto gestoppt hatte und die republikanische Mehrheit die Vorlage zur Abstimmung stellte.



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