Deutschland hat die gesetzlich vorgeschriebenen Füllstände für seine Gasspeicher zum Stichtag am 1. November 2026 verfehlt. Laut Daten der europäischen Plattform AGSI liegen die Speicher derzeit bei einem Durchschnitt von rund 61,2 Prozent, während die gesetzliche Vorgabe eine Marke von 70 Prozent vorsah. Trotz dieses Defizits betonen sowohl das Bundeswirtschaftsministerium als auch die Bundesnetzagentur, dass die Gasversorgung für den kommenden Winter gesichert sei.
Netzagentur-Chef Klaus Müller erklärte, dass das Erreichen der Speicherziele für eine sichere Versorgung nicht mehr zwingend erforderlich sei. Als wesentliche Faktoren für die Stabilität nennt die Behörde neben den Füllständen die tatsächliche Ausspeicherung, laufende Importe sowie die Existenz von Flüssiggas-Terminals. Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Versorgung nach aktuellem Erkenntnisstand weiterhin als gering ein.
Innerhalb der Politik sorgt die Situation für Diskussionen, wobei der Energiepolitiker der Grünen, Michael Kellner, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mangelnde Vorsorge vorwirft. Kellner kritisierte, dass die Füllstände so gering wie nie zuvor seien und es keinen ausreichenden Sicherheitspuffer gebe. Die Regierung hingegen verweist auf flankierende Vorsorgemaßnahmen, um die Energieversorgung zu stützen.
Tim Kehler, Vorstand des Verbandes Gas- und Wasserwirtschaft, stellte klar, dass die Zielverfehlung keine Sanktionen nach sich zieht, da die Vorgaben lediglich als Sicherheitsnetz dienen. Er wies darauf hin, dass die Händler das für ihre Kunden bestellte Gas weiterhin einspeichern. Mit einer aktuellen Kapazität von rund 150 Terawattstunden in den Speichern sei dies spürbar mehr, als im letzten Winter entnommen wurde. Die Bundesnetzagentur sieht daher aktuell keinen Handlungsbedarf, auch wenn das Energiewirtschaftsgesetz den Entzug gebuchter Kapazitäten ermöglichen würde.




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