In der spanischen Provinz Toledo kam es am Mittwochmorgen kurz vor 9 Uhr zu einem schweren Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge im Bereich der Ortschaft Los Yébenes. Ein Zug des staatlichen Anbieters Renfe rammt nach Angaben aus Adif-Kreisen und Berichten von El País einen Zug des privaten Betreibers Iryo von hinten, während beide in Richtung Süden nach Andalusien unterwegs waren. Durch die Wucht des Aufpralls stürzten zwei Waggons des Iryo-Zuges eine Böschung hinunter.
Die Opferzahlen variieren in ersten Meldungen, wobei eine Sprecherin der Region Kastilien-La Mancha zunächst von mindestens zehn Todesopfern sprach, während der Zivilschutz bereits von 46 Verstorbenen berichtet. Eine Sprecherin der Regionalregierung betonte, dass die Zahl der Opfer noch deutlich steigen könne. Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt; der spanische Notdienst 112 bestätigte die Vielzahl der Verletzten, wobei das genaue Ausmaß zunächst unklar blieb.
Der Schienennetzbetreiber Adif hat den gesamten Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen der Hauptstadt Madrid und Andalusien bis auf Weiteres eingestellt. Zur Versorgung der Passagiere bereitstellte die Stadtverwaltung von Urda auf Bitte der Katastrophenschutzbehörden einen Sportpavillon, wie Bürgermeister Manuel Galáns dem Sender TVE mitteilte. Rettungshubschrauber, Feuerwehr und mobile intensivmedizinische Einheiten waren an der Unglücksstelle im Einsatz.
Ministerpräsident Pedro Sánchez drückte auf der Plattform X sein Mitgefühl gegenüber den Betroffenen und ihren Angehörigen aus und zeigte sich bestürzt über das Unglück. Die Katastrophe weckt Erinnerungen an ein ähnliches Drama im Januar dieses Jahres, bei dem ebenfalls zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidierten und 46 Menschen starben. Zudem wird auf das Unglück von 2013 in Santiago de Compostela verwiesen, bei dem 80 Menschen aufgrund eines Fehlers bei der Geschwindigkeitsregelung ums Leben kamen.




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