Beijing Art and Technology Week zieht 1,05 Millionen Besucher in den 798 Art District

09.10.2026

PEKING, 9. Oktober 2026 /PRNewswire/ -- Im 798 Art District tanzten Tänzer gemeinsam mit humanoiden Robotern, Besucher setzten die Geschichte eines künstlichen Menschen Stück für Stück zusammen, und auf öffentlichen Plätzen entfalteten sich digitale Welten. Drei Wochen lang wurde der 798 Art District zu einem Experimentierfeld, um zu zeigen, was passiert, wenn neue Technologien Einzug in die Welt der Kunst und des Alltags halten.

Die zweite Beijing Art and Technology Week ging am Mittwoch zu Ende und verzeichnete laut Angaben von 798 innerhalb von 21 Tagen 1,05 Millionen Besucher im Stadtteil. Unter dem Motto „Playable Technology" fanden mehr als 100 Veranstaltungen statt, darunter Aufführungen, Ausstellungen, öffentliche Diskussionen und Kooperationen mit der Industrie.

In der Eröffnungswoche traten Tänzer des TAO Dance Theater gemeinsam mit X-Humanoid-Robotern in „Playable Technology:" auf, „Infinite Walk." Anstatt zu zeigen, wozu Maschinen allein fähig sind, untersuchte die Performance, wie menschliche Körper und Robotersysteme aufeinander reagieren könnten.

Visitors watching performance "Playable Technology: Infinite Walk"

Diese Frage hallte auch in den öffentlichen Räumen des 798 wider. In Baoyang Chens „Yanshis künstlicher Mensch": In der Ausstellung „An Unfinished Dance" halfen die Besucher dabei, mithilfe interaktiver Installationen ein fiktives mechanisches Wesen zu rekonstruieren, und setzten sich dabei mit Fragen der Autonomie von Maschinen und der menschlichen Kontrolle auseinander. Maxim Zhestkovs generative digitale Kunstwerke und „Playscapes" luden das Publikum dazu ein, sich in einer sich ständig verändernden virtuellen Umgebung zurechtzufinden.

Visitors watching installations of "Yanshi's Artificial Human: An Unfinished Dance"

Über die Aufführungen hinaus untersuchte das Festival, wie sich künstlerisches Experimentieren in praktische Anwendungen umsetzen lässt. Eine Branchenkonferenz am 24. September brachte Künstler, Forscher und Technologieunternehmen zusammen, während eine neue Initiative zur gemeinsamen Entwicklung darauf abzielte, die Räumlichkeiten des Stadtteils in Orte für die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien zu verwandeln.

Das Festival fand auch außerhalb Chinas statt. Im Vorfeld seiner Eröffnung arbeitete das 798 mit dem österreichischen Ars Electronica Festival an „Airy" zusammen, einer Performance, die Robotik, Tanz und digitale Bildwelt miteinander verbindet. Eine neue Residenzpartnerschaft mit BOUNDED SPACE zielt darauf ab, internationale Kreative in künftige interdisziplinäre Projekte einzubinden.

Laut 798 stieg die Besucherzahl am Eröffnungstag im Vergleich zum Vorjahr um 20 %, während während der Feiertage zum Nationalfeiertag fast 400.000 Besuche verzeichnet wurden, was einem Anstieg von etwa 18 % entspricht.

Das Festival, das erstmals im Jahr 2025 stattfand, spiegelt einen umfassenderen Wandel im 798 wider: Von einem ehemaligen Industriegelände, das für zeitgenössische Kunst bekannt ist, zu einem Ort, an dem sich künstlerische Ideen, technologische Experimente und öffentliches Leben zunehmend überschneiden.

 

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Deutsche Bischöfe beenden Beratungen zu Demokratie, Missbrauchsaufarbeitung und Laienbeteiligung

08.10.2026

Mit einem Gottesdienst und einer Abschlusspressekonferenz endet an diesem Donnerstag in Fulda die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. Unter der Leitung ihres neuen Vorsitzenden, des Münsteraner Bischofs Heiner Wilmer, haben die katholischen Bischöfe seit Montag eine Vielzahl gesellschafts- und kirchenpolitischer Themen beraten. Auf der Agenda standen Fragen der demokratischen Kultur in Deutschland, die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs, ethische Konfliktfelder wie Leihmutterschaft sowie der Umgang mit neuer Technologie wie Künstlicher Intelligenz. Hinzu kamen innerkirchliche Schwerpunkte wie die Entwicklung der Erwachsenentaufen, die Mitwirkung von Laien und der Einsatz in sozialen Medien.

Deutlich positionierten sich die Bischöfe zum politischen Klima im Land. Wilmer warnte mit Blick auf eine mögliche Regierungsbeteiligung der AfD in Sachsen-Anhalt vor einem „Paradigmenwechsel“. Die Partei stelle die Grundwerte des gesellschaftlichen Zusammenlebens infrage und wolle „ein anderes Deutschland“, sagte der Vorsitzende zum Abschluss der Beratungen. Besonders kritisch sehen die Bischöfe, dass einige Positionen der AfD aus ihrer Sicht mit dem christlichen Glauben und dem zugrunde liegenden Gottes- und Menschenbild nicht vereinbar seien.

Der DBK-Vorsitzende stellte sich demonstrativ hinter den Magdeburger Bischof Gerhard Feige und das Bistum Magdeburg, vor allem mit Blick auf Spekulationen über mögliche Folgen einer AfD-geführten Landesregierung. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang, ob etwa der Einzug der Kirchensteuer zur Disposition stehen könnte. Die Kirche müsse „mit allem rechnen“ und stelle sich so auf, „dass wenn große Erschütterungen kommen sollten, wir gewappnet sind“, betonte Wilmer. Es dürfe nicht sein, dass ein Bistum durch politische Weichenstellungen im Nachteil sei.

Die Bischöfe sehen sich zugleich mit einem Stimmungsumschwung in Teilen ihrer eigenen Basis konfrontiert. Nach Aussage Wilm ers ist es „erschreckend“, wenn rund 30 Prozent der Katholikinnen und Katholiken in Ostdeutschland die AfD wählen, die in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestuft ist. Als Antwort auf wachsenden Antisemitismus und gesellschaftliche Polarisierung verweist die Bischofskonferenz auf die jüdisch-christliche Tradition, auf Menschenwürde und Solidarität. Auftrag der Kirche sei es, mit den Menschen zu reden, ihnen zuzuhören und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Neben der politischen Lage blieb die Kirche bei der Vollversammlung auch mit eigenen Reform- und Krisenthemen befasst. Die Bischöfe berieten über weitere Schritte bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch und diskutierten, wie Laien stärker an Entscheidungsprozessen beteiligt werden können. Zudem rückten neue Handlungsfelder in den Blick: Die wachsende Bedeutung von Social Media und der Einsatz Künstlicher Intelligenz in Pastoral und Verwaltung werfen für die Kirche Fragen nach Verantwortung, Transparenz und ethischen Leitplanken auf. Die Beschlüsse und Leitlinien der Konferenz sollen in den kommenden Monaten in den Diözesen konkretisiert werden.