Taiwan bringt 12 Start-ups zur IFA Berlin 2026 und schließt mehrere Vereinbarungen zwischen Taiwan und Europa ab

15.09.2026

BERLIN, 15. September 2026 /PRNewswire/ -- Taiwan Startup Terrace feierte auf der IFA Berlin 2026 (4.–8. September) mit einem nationalen Pavillon, in dem 12 taiwanesische Start-ups vertreten waren, sein Debüt und verließ die Messe mit einer Reihe von Partnerschaftsvereinbarungen mit europäischen Unternehmen. Die Delegation, deren Tätigkeitsbereiche von künstlicher Intelligenz über Cybersicherheit bis hin zu Smart Health reichen, kam nach Berlin, um ihre Technologien vorzustellen und Kontakte zu europäischen Einkäufern, Vertriebspartnern sowie Investoren zu knüpfen. Im Laufe der Woche zog der Pavillon mehr als 3000 Besucher an und es wurden acht Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet.

Representatives of Taiwan Startup Terrace gather at their national pavilion during IFA Berlin 2026.

Die von Taiwan Startup Terrace – dem staatlich geförderten Start-up-Zentrum, das dem taiwanischen Wirtschaftsministerium untersteht – organisierte Gruppe befasste sich mit drei Bereichen: künstliche Intelligenz (Next Integral, Synstream, Deeli AI, Aiplux, VMFi, Alpenglow Tek und Optiqb), Cybersicherheit (Turing Space, Janus Cyber und DeCloak) sowie Smart Health (FREE Bionics und Precise Bigdata). Die IFA, die mittlerweile auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurückblicken kann, ist nach wie vor eine der weltweit führenden Messen für Unterhaltungselektronik und ein Anziehungspunkt für Unternehmen, Investoren und die Presse.

Mehrere Unternehmen schlossen vor Ort Vereinbarungen ab. VMFi, dessen TransDisplay-Systeme für Behörden, Verkehrsknotenpunkte und Empfangsschalter mehrsprachige Echtzeitübersetzungen mit geringer Latenz bieten, unterzeichnete Vertriebs- und Wiederverkaufsvereinbarungen mit der deutschen Ryke GmbH und der estnischen TrueTouch AI OÜ sowie im Laufe der Messe insgesamt fünf Absichtserklärungen (MoUs) mit Partnern aus mehreren Ländern, um seine Produkte auf europäischen Märkten anzubieten. Turing Space, ein Unternehmen für digitale Identitäten, dessen Technologie für überprüfbare digitale Nachweise den eIDAS-2.0-Standard der EU erfüllt und bereits von der Weltgesundheitsorganisation sowie mehr als 600 Institutionen weltweit genutzt wird, unterzeichnete eine trilaterale Absichtserklärung (MoU) mit den deutschen Unternehmen PolyCrypt und Neuland AI, um seine Präsenz auf dem europäischen Markt für digitales Vertrauen auszubauen. DeCloak, ein Unternehmen mit Schwerpunkt auf KI-gestützter De-Identifizierung und Bilddatenschutz, unterzeichnete eine Absichtserklärung (MoU) mit dem polnischen Hersteller von Roboterplattformen MAB Robotics, um Roboter sowie vierbeinige Roboterplattformen mit seiner intelligenten Inspektionstechnologie zu kombinieren. Diese Absichtserklärungen wurden bei der Eröffnung des Pavillons am 4. September in Anwesenheit von Botschafter Gu Rui-Sheng, Repräsentant der Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland, unterzeichnet. Das Start-up Janus Cyber, das sich auf Cybersicherheit für Unternehmen spezialisiert hat, schloss während der Messe eine weitere grenzüberschreitende Vereinbarung ab.

Auch Taiwans Teams stachen im Wettbewerb hervor. Von den 93 Start-ups, die am diesjährigen IFA Pitch Battle teilnahmen, erreichten sieben aus der Delegation das Halbfinale, und VMFi zog ins Finale ein – als einziges taiwanesisches Team überhaupt, was für ein Debüt auf der IFA-Bühne ein beeindruckendes Ergebnis ist.

Deutschland war mehr als nur ein Messestopp. Die Delegation besuchte Berlin Partner, Germany Trade & Invest (GTAI), den Industriegiganten Siemens und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Um die Zusammenarbeit zwischen Taiwan und Deutschland über Austauschbesuche hinaus zu einem „Soft-Landing in beide Richtungen" weiterzuentwickeln, veranstaltete Taiwan Startup Terrace am 10. September die Taiwan Roadshow Night im CIC Berlin (Venture Café Berlin) und unterzeichnete eine Absichtserklärung (MoU) mit dem Campus. Der Abend bot eine Mischung aus Start-up-Pitches, einem Überblick über das taiwanesische Ökosystem und einem taiwanesisch-deutschen F&E-Förderprogramm, das europäischen Gründern offensteht.

Für Taiwan Startup Terrace war diese Woche Teil einer längerfristigen Strategie zum Aufbau einer dauerhaften Präsenz in Europa und nicht nur ein einmaliger Besuch. Die Organisation will auch weiterhin Messen, Matchmaking, Auslandsstandorte und grenzüberschreitende Partnerschaften nutzen, um taiwanesischen Start-ups dabei zu helfen, sich in Deutschland zu etablieren und in der gesamten Region zu expandieren.

Cision View original content to download multimedia:https://www.prnewswire.com/de/pressemitteilungen/taiwan-bringt-12-start-ups-zur-ifa-berlin-2026-und-schlieWt-mehrere-vereinbarungen-zwischen-taiwan-und-europa-ab-302879094.html

Other news

Bundespräsident: Misstrauen in politische Ordnung wächst deutlich

08.10.2026

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen für eine eindringliche Warnung vor der Gefährdung der Demokratie genutzt. In seiner voraussichtlich letzten großen Rede zu diesem Anlass sprach er von einer angefochtenen demokratischen Ordnung und mahnte, radikale Kräfte entschieden abzuwehren. Angesichts wachsender Erfolge populistischer und extremistischer Parteien sieht Steinmeier nicht nur Freiheit und Demokratie, sondern auch die innere Einheit des Landes unter Druck.

Steinmeier verwies darauf, dass inzwischen „ein Viertel und mehr“ der Wähler mit ihrer Entscheidung deutlich machten, dass sie sich von wichtigen Grundentscheidungen der Bundesrepublik abwenden. Diese Entwicklung werde begleitet von „unerträglicher politischer Demagogie“, in der Menschen verhöhnt und bedroht würden. Die Diskreditierung demokratischer Verfahren, die Radikalisierung der Öffentlichkeit und die Diffamierung des Kompromisses seien Warnsignale, die man nicht ignorieren dürfe. Populistische Parteien aller Couleur destabilisierten die parlamentarische Demokratie, sagte er.

Deutliche Kritik übte der Bundespräsident an der Rolle der sozialen Medien. Eine „Flut der Manipulationen und der Lügen“ trage zur „schrillen Emotionalisierung“ des politischen Diskurses bei und befeuere extremistische Tendenzen. Steinmeier forderte, die demokratische Streitkultur zu verteidigen und den Kompromiss wieder als Stärke zu begreifen. Ob die Demokratie in Deutschland einer Entwicklung ähnlich der Weimarer Republik entgegengehe, sei nicht entschieden – man habe es „in der Hand“.

Zugleich erinnerte Steinmeier an die historischen Grundlagen des Feiertags. Vor 36 Jahren sei mit der deutschen Wiedervereinigung eine „tiefe Wunde“ geheilt worden, die das Land zuvor über Jahrzehnte in einem „unnatürlichen Zustand der inneren Spaltung“ gehalten habe. Der Tag der Deutschen Einheit sei Anlass, die erste friedliche Revolution für Freiheit und Demokratie in Deutschland und ihre Protagonisten im Gedächtnis zu behalten. Die Errungenschaften der Einheit dürften von aktuellen Krisen nicht überdeckt werden, mahnte Steinmeier, und rief die Bürger dazu auf, sich aktiv für die liberale Demokratie einzusetzen. Er zeigte sich überzeugt, dass diese den aktuellen Belastungen standhalten könne: „Wir sind so viel stärker, als wir glauben.“