PEKING, 23. September 2026 /PRNewswire/ -- Seit Jahrtausenden sorgt die traditionelle chinesische Meeresgöttin Mazu nach dem Glauben ihrer Anhänger für sichere Seereisen. Heute helfen nach ihr benannte chinesische Lösungen für die meteorologische Frühwarnung mehr Ländern dabei, Wetterkatastrophen vorzubeugen.
„MAZU", das vom Chinesischen Amt für Meteorologie auf der Weltkonferenz für Künstliche Intelligenz (WAIC) 2025 vorgestellt wurde, ist eine Reihe von in China entwickelten KI-gestützten meteorologischen Lösungen mit universeller Mehrgefahren-Frühwarnung, Alarmierung und lückenloser Abdeckung.
In mehr als 40 Ländern unterstützt „MAZU" cloudgestützte Erprobungen und wird bereits unter anderem in Pakistan, Äthiopien, auf den Salomonen, in Jordanien, Sri Lanka, der Mongolei und Dschibuti eingesetzt, wodurch sich seine weltweite Präsenz rasch ausweitet.
Als erste Lösungsreihe im Rahmen der UN-Initiative „Early Warnings for All" („Frühwarnung für alle") vereint „MAZU" KI-basierte meteorologische Frühwarnmodelle, Daten der Fengyun-Wettersatelliten, Überwachungsprodukte aus verschiedenen Quellen und Cloud-Rechenleistung.
Im Mai dieses Jahres wurde „MAZU" von der Weltorganisation für Meteorologie auf dem 11. Multi-Stakeholder-Forum zu Wissenschaft, Technologie und Innovation für die Ziele für nachhaltige Entwicklung empfohlen, das im UN-Hauptquartier in New York stattfand.
Es überrascht nicht, dass „MAZU" sowohl der Nachfrage nach modularen Lösungsangeboten als auch nach hochflexiblen, maßgeschneiderten Lösungen gerecht wird, um die betreffenden Länder dabei zu unterstützen, durch den Klimawandel verursachten Wetterkatastrophen vorzubeugen.
In Pakistan, wo Monsunregen sowie Unwetter in der Regel zu verheerenden Überschwemmungen führen, wurde ein von China und Pakistan gemeinsam entwickeltes Frühwarnsystem offiziell in die entsprechenden Plattformen der pakistanischen Wetterbehörde integriert.
In Äthiopien nutzten chinesische Experten die Zusammenführung von Daten der chinesischen Fengyun-Wettersatelliten sowie lokaler Wetterstationen, um den lokalen Wettervorhersagern dabei zu helfen, mithilfe der KI-Modelle „Fenglei" und „Fengqing" hochpräzise Nowcasts zu erstellen.
In Sri Lanka unterstützt das Wetteramt der südostchinesischen Provinz Fujian das Land bei der Erstellung von Niederschlags- und Temperaturvorhersagen mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung.
Neben den Einsatzmöglichkeiten von „MAZU" sind fast 1000 Menschen aus mehr als 100 Entwicklungsländern und -regionen nach China gekommen, um an technischen Schulungen mit Schwerpunkt Frühwarnung teilzunehmen.
Da China ein wichtiger Partner der Initiative „Early Warnings for All" ist, haben seine Plattformen, Satelliten und KI-Modelle Dutzenden Ländern dabei geholfen, ihre Frühwarnkapazitäten zu verbessern, wie UN-Generalsekretär Antonio Guterres auf der WAIC 2026 feststellte.
Eine solche Form der Zusammenarbeit, die Technologietransfer, gemeinsame Forschung und Entwicklung sowie den Aufbau lokaler Kapazitäten umfasst, um Entwicklungsländern dabei zu helfen, ihre Bevölkerung besser zu schützen, ist genau das, was die Welt derzeit braucht, fügte Guterres hinzu.
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Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat eine Neujustierung des Umgangs mit der AfD im Bundestag gefordert und damit eine innerparteiliche wie parlamentarische Grundsatzdebatte angestoßen. In einem Interview mit dem Magazin „Stern“ plädierte der CDU-Politiker dafür, der AfD die ihr nach dem üblichen Verteilungsschlüssel zustehenden Vorsitzendenposten in den Fachausschüssen des Bundestags nicht länger zu verwehren. „Die Partei ist gewählt, und so sollte man mit ihr auch umgehen“, sagte Rhein und verwies darauf, dass die AfD im hessischen Landtag und in anderen Länderparlamenten bereits Ausschussvorsitze innehat.
Im Bundestag verfügt die AfD wie die anderen Fraktionen über ein Vorschlagsrecht für bestimmte Ausschussvorsitze. Bisher scheiterte sie jedoch regelmäßig daran, dass ihre Kandidatinnen und Kandidaten bei den Wahlen in den Ausschüssen nicht die Unterstützung der Abgeordneten der übrigen Parteien erhielten und damit die nötigen Mehrheiten verfehlten. Eine Klage der AfD-Bundestagsfraktion vor dem Bundesverfassungsgericht blieb im September 2024 ohne Erfolg; Karlsruhe sah keinen Anlass, in das Verfahren der Ausschussbesetzungen einzugreifen. Politisch aber gewinnt die Frage durch Rheins Vorstoß neue Brisanz.
Rhein grenzt sich zugleich von einer inhaltlichen Annäherung an die AfD ab und lehnt ein Verbotsverfahren gegen die Partei ab. Er halte das vielzitierte Bild einer „Brandmauer“ für falsch, betonte der CDU-Landeschef. Für die Union gelte: „Wir grenzen uns klar von der AfD ab, aber wir grenzen die Partei nicht aus.“ Das müsse sich auch in der Parlamentsarbeit widerspiegeln. Anstelle juristischer Schritte warb Rhein dafür, die AfD politisch zu stellen: Die CDU müsse den Wählerinnen und Wählern „ein besseres Angebot machen“ und die „Deutungshoheit über die Alltagsfragen“ zurückgewinnen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD setze aus seiner Sicht eine „Politik der klaren roten Linien“ voraus.
Die AfD bewertet die Äußerungen des hessischen Regierungschefs als Signal eines sich abzeichnenden Kurswechsels in der Union. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einem „überfälligen“ Schritt und einem Zeichen für ein „generelles Umdenken in der CDU“. Die Forderung nach Ausschussvorsitzen sei „nur der erste Schritt – weitere werden folgen“, prognostizierte Baumann. Angesichts jüngster Wahlergebnisse sehe er die Union unter Druck, ihre bisherige Ausgrenzungsstrategie zu überdenken. Koalitionsfraktionen im Bundestag wiesen einen von Rhein geforderten Kurswechsel allerdings zurück und halten bislang an der Linie fest, AfD-Kandidaten für Ausschussvorsitze nicht zu unterstützen.
In den Fachausschüssen des Bundestags wird ein Großteil der inhaltlichen Gesetzgebungsarbeit vorbereitet. Die Vorsitzenden spielen eine zentrale Rolle bei der Organisation der Beratungen und der Tagesordnungsgestaltung. Die Verteilung dieser Schlüsselpositionen erfolgt nach einem festgelegten Schlüssel zwischen den Fraktionen, doch bleibt die tatsächliche Besetzung an die Wahl durch die Ausschussmitglieder gebunden. Vor diesem Hintergrund berührt die von Rhein angestoßene Debatte nicht nur die Machtbalance zwischen den Fraktionen, sondern auch die Frage, wie das Parlament mit Parteien umgeht, die zwar demokratisch gewählt sind, von großen Teilen des Hauses aber weiterhin klar abgelehnt werden.